Sie sind seelig, die im Geiste armen…
pospalath (82 Beiträge seit 26.10.04)
… das sehe ich jeden Tag ab ca. 16 Uhr in der Straßenbahn(*) hier
in Mannheim.
Beherrschen kaum ein Wort deutsche Sprache – deutsche wie
nichtdeutsche Schüler, alles nur “fuck” und “geil” und lästig. Eh,
Alder, wasn los, war Party, gesoffen? Gekifft, Alda, die Bitch und
die und des…, krass, konkret, Alda, und des ist so weils so oder so
is, Alda…
Schule, wozu? Freizeit, zu kurz. Die Mädels im Nuttenlook, auch bei
aktuell -5°C bauchfrei. Die Jungs mit Deppenkappe (Baseballmütze,
wird seltener) oder Behindertenkappe (diese eng anliegenden, weissen
Mützen die aussehen wie ein Kopfverband nach der – ich vermute -
erfolgrfeichen Gehirnentnahme).
Unterhaltungen meist in abgehackten Sätzen (Hauptschüler, Realschüler
und Gesamtschüler der Linie 1 zwischen Untermühlaustraße bis Rheinau)
aus einem Grundwortschatz von ca. 34 akustischen Lautsymbolen (Wörter
mag ich das nicht nennen).
Schuhe werden auf dem gegenüberliegenden Sitzen abgeputzt, Extraplatz
für den Rucksack oder die Tasche. Neidisch, dass ich ein Buch (oder
die c’t) lese, denn die grinsen darüber während der MP3 Player
rhythmischen Lärm in das Vakuum zwischen den Ohren pumpt.
Aber…, sie sind glücklich!!!
Nicht nur, dass sie ständig wie unter dem Tourette Syndrom leidend
alle 10 Sekunden zusammenzucken und dabei verängstigt auf das
Mobiltelefon starren (was, wieder keine SMS, kein Anruf ), nee.
Das gegenseitige Vorspielen von Klingeltönen, das heimliche
herumspielen in den Telefonoptionnen und einen Klingelton starten
(he, es klingelt grad…, aba hör mal des Lied vonner Schagiera, geil,
oder?) und wohlig grinsen…, der Neid der Mitschüler, die Hitparade
der melodischen Entgegnungen, aaah, was man für 47 Euro im Monat so
geboten bekommt.
Der neueste Renner sind aber die Halbstarken mit dunklem Teint, die
sich quer über alle Sitze lümmeln und die Lautsprecher der
Mobiltelefone als „Ghettoblaster“ verwenden, sprich, damit ihre
Sammlung von Liedern lautstark und arg verzerrt den Mitreisenden
zumuten. Und wehe die Oma Müller oder der Papa Schulz beschweren
sich.
An solchen Gestalten, die „Deutschland sein“ sollen oder „unsere
Zukunft“ verdienen sich ein paar Schlaumeier dümmer und dusseliger.
Und ein paar Kiddies können für nur wenige Euro im Schlampa-Sparabo
protzen, angeben und die reale Welt um sich herum vergessen.
Jubel! Glockengeläut! Freudenböller!
(*)
Ja, ich habe einen Job, der ist sogar sehr gut bezahlt, beim größten
gewerbesteuerzahler im Ort. Ich fahre nur “aus Gewohnheit” mit den
Öffentlichen (seit 20 Jahren), das Auto nutzen Frau + Kinder.
Anm. der Red.:
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