[V] DLNA Server

Die Vorgeschichte

Anfang des Jahres habe ich mir nach langem zögern eine Playstation3 geleistet.

Hauptsächlich um Battlefield: Bad Company 2 spielen zu können ohne mir einen neuen Rechner kaufen zu müssen.
Es hat schon was, immer die neuesten Spiele spielen zu können, ohne sich jedes mal eine neue Grafikkarte kaufen zu müssen.

Da die Playstation aber auch prädestiniert dafür ist Videos über DLNA zu gucken, musste recht schnell eine DLNA Lösung her.

Nachdem ich mehrere DLNA Server durchprobiert hatte, landete ich letzendlich beim ps3mediaserver.
Damit kann man out of the box so ziemlich jedes Medienformat übers Netz an die Playstation liefern.
Audio, Video und Fotos.

Da ich kein Freund von vielen Kabeln im Wohnzimmer bin  und es mir auf den Keks ging, zum streamen immer mein Notebook im Arbeitszimmer laufen zu haben, habe ich den Entschluss gefasst mir nach langem wieder einen Linux Server ins Wohnzimmer zu stellen, der alle möglichen Aufgaben hinkriegt.

Da ich den grottenschlechten O2 Router loswerden wollte, musste mein neuer Server folgendes können:

  • DSL Router
  • VoIP Telefonanlage
  • Fileserver
  • mldonkey client
  • DLNA Server
  • WLAN Access Point

Alles in einem möglichst kleinen Paket, was recht leise ist und wenig Strom braucht.

Da das alles am besten unter Linux zu realisieren ist, musste ich mir vorher einige Gedanken zur verwendeten Hardware machen.

Die Hardware

Für das Streaming brauchte ich einen lüfterlosen dual-core Rechner mit genug Leistung und für den WLAN Accesspoint muss man quasi eine Atheros 9k WLAN Karte nehmen, da 802.11n Treiber unter Linux eher rar sind.
Das musste alles klein und stromsparend sein, weswegen ich dann bei einem Intel Atom D510 im Mini-Itx Format gelandet bin.

Als armer Programmierer musste alles auch noch günstig sein.

Im Endeffekt sah die Hardware dann wie folgt aus:

  • Intel D510mo Desktop Board (76eur)
  • PicoPSU 90 ATX PSU (39eur)
  • M350 Mini-Itx Case (49eur)
  • Externes 12V Hohlstecker Netzteil (29eur)
  • 1GB 800MHz DDR2 Ram (29eur)
  • Sparklan WPEA-110N Mini-PCIe WLAN Karte (49eur)
  • 2 Externe WLAN Antennen + SMT-SMA Adapter (20eur)
  • 320GB SATA Platte die hier noch rumlag

Somit war ich im Endeffekt irgendwo bei knapp 300eur Gesamtwert der Kiste.
Gekauft habe ich alles übrigens bei HRT, die sind kompetent und haben alles da für den Mini-Itx Bau.

Die Software

Die zu verwendende Software war für mich recht schnell klar.
Viel Auswahl hat man nicht, wenn mans vernünftig machen will.

Hostapd und mldonkey muss man selber kompilieren, ps3mediaserver kommt als fertiges Paket mit nur einem Java Archiv.
Asterisk gibts als fertiges Debian Paket per apt-get

Wie man die einzelnen Sachen installiert, steht in den anderen Tutorials hier auf der Seite.

Stromverbrauch

Wir haben den Strom bei diversen Betriebszuständen geprüft und sind auf folgende Werte gekommen:

  • 43,7W – Nach Booten mit Asterisk und Routing
  • 46W – Mit saugendem mldonkey und ungenutztem ps3mediaserver
  • 48,3W – SD Video über kabelgebundenes LAN an die PS3 streamen
  • 55,2W – HD Video mit 720p streamen

Da merkt man, dass die Atom CPUs bei schwerer Belastung auch mal mehr ziehen können.

Beim decoden des 720p Videos zieht der mencoder Thread knapp 300% CPU.
Wir haben 400% verfügbar dank dual-core und Hyperthreading.

Wenn wir also ausgehen, dass die Kiste einen Durchschnittsverbrauch von 45W hat und der Strompreis bei 20ct/kWh liegt, sind wir bei jährlichen Kosten von 78,8eur
Das ist ungefähr genau so viel, wie wenn man sich jeden Tag nach dem Duschen die Haare föhnt.

Ein paar Fotos

Das M350 Case.
Schön klein, lüfterlos und mit blauem Licht!
Hat in etwa die Grösse eines Autoradios.

Die Rückseite.
Das Backpanel ist beim Board dabei, wie bei normalen ATX Mainboards auch.
Anschlüsse:

  • PS2 Tastatur / Mouse
  • D-SUB VGA
  • 4x USB 2.0
  • 10/100/1000 LAN
  • Sound in/out
  • 12V Hohlstecker Strom
  • 2x WLAN SMA-Reverse

Das Board

Hier sieht man den lüfterlosen Atom D510

Unten sieht man die weisse Mini-PCI WLAN Karte mit den zwei SMT nach SMA-R  Antennenkabeln

Oben sieht man die Pico-PSU, die entgegen dem Namen gar kein Netzteil ist, sondern nur ein Adapter, der den Strom vom 12V Hohlstecker Netzteil aufteilt auf einen ATX Stecker und die Laufwerks-Stromkabel.
Das Board hat übrigens einen 2×12 ATX Stecker. und die PSU nur einen 2×10 + 2×2 Extrastecker.
Nach längerem rumsuchen im Internet habe ich rausgefunden, dass das Board auch super mit 2×10 Polen auskommt und man die hinteren 4 Pole des ATX Steckers leer lassen kann.
Man sieht das hier auf dem Foto auch gut.

Rechts sieht man den 1GB DDR2 Baustein zu dem sich noch ein zweiter gesellen könnte.
Das Board unterstützt bis zu 4GB

Auch sieht man hier das SATA Kabel, das zur 2,5″ Platte geht.

Ich habe übrigens etwas gecheatet.
Oben sieht man ein kleines Kabel, das im rechten oberen Gehäuseteil verschwindet.
Da habe ich einen 40mm Lüfter eingebaut, da im Sommer die Temperaturen in meiner Dachwohnung recht hoch steigen und die CPU dann teilweise bis zu  80°C hatte.
Mit dem Lüfter, der völlig geräuschlos auf 2000u/min dreht, bleiben die Temperaturen bei knapp 50°C.
Man kann übrigens über die Linux Commandline die Lüfterdrehzahl regulieren und beobachten.
Bei Raumtemperaturen unter 30°C kommt man aber auch ohne Lüfter aus.

Das ganze Setup

Die Platte kann umgedreht über dem PCI Slot montiert werden.
Ich frag mich, was man macht, wenn man den PCI Slot nutzen will…

Da der Zusammenbau für jeden halbwegs versierten Bastler möglich sein sollte verzichte ich hier auf weitere Ausführungen zu dem Thema.

In meinen anderen Tutorials steht dafür aber einiges an Info zur Installation und Konfiguration der Software.

…zum zweiten Teil

Comments on this post

  1. Xiider

    Hi, super Sache, aber:
    Folgen noch die anderen Tutorials?

  2. Hi, jo auf jeden Fall.
    Du bist zu schnell 🙂
    Ich hab die hier erst gestern fertiggeschrieben.
    Die zweite zur Debian / Asterisk / hostapd Installation hab ich halb fertig und die kommt morgen Abend.
    Die dritte für ps3mediaserver am Donnerstag.

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